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Schöpfung heißt, neue Werte ins Leben rufen.

Alle Kreation ist ein bewußter Prozeß und das Produkt eines lebenden Ganzen. Leben bedeutet - den materiellen Teil und den energetischen Teil, (+) und (-) , den physischen Teil und den spirituellen. Kreation lebender Formen kann nur erfolgen durch Aktionen in Übereinstimmung mit den Prinzipien des Universums und der Universalen Gesetze. In dieser Weise ist Kreation immer ein vervollständigender Teil eines Ganzen.

Am Anfang seiner Entwicklung kreiert der Mensch niemals selbst, sondern produziert und ahmt Dinge nach, die schon existent sind. In dem Augenblick, wo die Frucht seiner Arbeit anfängt, eine gewisse Ganzheit zu bilden, betritt der Mensch eine neue Sphäre und lernt nach Bedarf in Zusammenarbeit zu kreieren. Dies bedeutet Zusammenarbeit mit anderen Menschen, zuerst in unabhängiger Kreation kleiner Details und später eines Ganzen. Nachdem er die Geheimnisse der Kreation und seiner Möglichkeiten gelernt hat, wird der Mensch Lehrer für die jüngeren in der kosmischen Hierarchie, die ihm folgen. Einem menschlichen Wesen zu helfen sich zu entwickeln ist auch Kreation.

Während er auf der Stufe seiner Möglichkeit kreiert, lernt der Mensch gleichzeitig. Er erweitert den Kreis seines kreativen Wissens und seiner Möglichkeiten, indem er von jenen lernt, die weiter oben auf der hierarchischen Leiter stehen. Auf diese Art kreiert er sich selbst.

Jeder neue Gedanke, jede neue Form, die Existierendes bereichert, ist eine Kreation. Vollkommene, wahre Kreation basiert auf der Einheit von drei Elementen : Gedanke, Wort und Tat.

Deswegen kann Energie in die Welt der Materie eintreten und "ein Körper werden". Eine solche vollkommene Kreation ist nur mit Bewußtsein möglich. Individuen, die mit der Einheit harmonisieren, die bewußt sind, wenn die Notwendigkeit entsteht, wissen, wie man die Reaktions-Kette aktiviert, die zur Realisierung des neuen Wertes führt, der die Notwendigkeit erfüllt. Ein so genanntes gewöhnliches, konkretes menschliches Wesen spielt häufig die Rolle eines "lebenden Werkzeugs". Manchmal unbewusst der Tatsache, daß sie am Akt der Kreation teilnehmen.

Wenn zum Beispiel die Notwendigkeit entsteht, die Menschheit mit einer neuen Entdeckung, einer neuen Erfindung oder einem Kunstwerk zu bereichern, hat jemand "zufällig" einen Traum, beginnt etwas wie eine Art Keim in seinem Kopf. Er fängt an intensiv nachzudenken, erhält eine Art zufälligen Eindruck. Manchmal beginnen unterschiedliche Menschen an verschiedenen Orten auf dem Planeten, ohne Kontakt zueinander, an ein und der gleichen Sache zu arbeiten. Ein in der Einheit geborener Gedanke sucht seinen Weg in die menschlichen Welt, oftmals gegen widerstrebende und schwere Körper.

Viele kreative Leute können bezeugen, wie stark dieser Kampf zu bestimmten Zeiten sein kann und wie schmerzlich die psychische Reaktion ist. Häufig erfahren sie Kreation als schmerzlichen inneren Kampf, einen Druck, den sie freigeben möchten. Werke werden häufig unter Schmerzen geboren. Dies geschieht zwischen dem menschlichen Wesen, das bestimmt ist, der Idee eine Form zu geben und dem Werk selbst, wenn eine Störung im Energie-Strom entsteht.

Vom Standpunkt des Bewußtseins sieht ein Akt der Kreation so aus : "Erkennen einer Notwendigkeit aktiviert die Entscheidung, den Bedarf zu erfüllen. Eine Idee wird gebildet, wie man die Aufgabe verwirklicht. Das Bewußtsein findet ein passendes Werkzeug, damit die Idee eine Chance zur Verwirklichung erhält. Aber zuerst ist die Anpassung des Werkzeugs notwendig, damit es verwendet werden kann. "

Vom Standpunkt des Menschen bleibt die Frage - welches Werkzeug (Körper, Psyche) eignet sich am besten, die Idee zu verwirklichen? Das sieht dann meist so aus: "Ein menschliches Wesen, zum Beispiel ein Künstler oder ein Wissenschaftler fängt an, eine wortlos vage, nicht intellektuelle Spannung zu empfinden. Eine innere Anregung, eine Art Atmosphäre des Wartens kommt hoch. Später wächst ein Bild des Werkes, entweder langsam oder schnell, in ihm heran - die ursprüngliche Idee.

Die ursprüngliche Idee wird immer durch ein höheres Bewußtsein angeregt. Ein menschliches Wesen erfährt dies als intuitive Ahnung, inneren Einblick oder Offenbarung. Es ist einfach so. Dies ist die energetische Verwirklichung, "die vom Geist empfangen wird".

Um die ursprüngliche Idee herum werden vollständige "Umgebungen" von Gedanken und Assoziationen mit konsequenten starken Gefühlen aktiviert. Diese "Arbeits-Umgebung" gehört dem menschlichen Wesen und wird durch seine Persönlichkeit erschaffen. Aber die ursprüngliche Idee gehört der Einheit - sie gehört niemandem persönlich. Aber ein Wesen mit aufgeblähter Persönlichkeit und Ehrgeiz "etwas zu sein" nimmt die Ehre für sich in Anspruch und sieht sich als Genie, das seinen Kopf mit Lorbeer kränzt.

Aber ein menschliches Wesen, das ehrlich zu sich selbst und anderen ist und die Wahrheit sehen kann, sagt: "Ich war nur das Werkzeug - eine Hand, die Feder oder Pinsel führte - und mir wurde die Chance gegeben zu etwas, das außerhalb von mir, im Angesicht des Einen ist, das niemandem gehört. Es nimmt Gestalt an auf Papier oder auf der Leinwand. Aus diesem Grund überraschen viele wirklich große Menschen die Welt mit ihrer fast kindlichen Einfachheit und rechten Maß. Ihre Größe liegt darin, daß sie nicht ihre Hände ausstrecken nach etwas, was nicht ihnen gehört.

Das Konzept, daß jedes menschliche Wesen nur ein Werkzeug und daß der wahre Schöpfer "Gott" (als Bewußtsein) ist, ist von allen Religionen und mystischen Systemen her bekannt. Kreative und geniale Menschen bezeugen dies. Alle bestehenden Religionen, die Werke von Persönlichkeiten für Persönlichkeiten sind, vergessen die ursprünglichen Prinzipien und bilden sich zu leeren Formen aus. Die mystischen Systeme sind bei der so genannten Masse nicht beliebt, weil man sie für "langweilig" hält und sie "zu viel fragen". Das unaufhörliche Reden über die Arbeit an sich selbst, um ein reines und würdiges Werkzeug zu bleiben, lastet zu schwer auf ihnen.

Zeugen-Beschreibungen von kreativen Einzelpersonen bleiben ihre Privat-Angelogenheit, da sie nicht übersetzt werden können in einen Archetypus, der in Systeme kollektiver Denk-Muster passt. Nach und nach, während die innere Entwicklung einer Einzelperson weitergeht, fängt das äußere Bewußtsein an, diese Beziehung zu verstehen. Durch eigenen, freien Willen wird man anfangen, sich an das eigene Innere zu wenden, um nach Inspiration und Anregung zu suchen. Man wird auch weniger und weniger abhängig von Urteil und Voraussagen anderer Menschen, von Applaus und von Unzufriedenheit. Man findet sein Selbst, sein Schicksal, seinen Weg, seine Aufgabe. Man fängt an eine Brücke zwischen dem physischen und dem spirituellen zu bauen (man kreiert zum ersten Mal).

Das Gesetz der Kreation (was zu vervielfachen, nicht zu schaden und nicht zu töten bedeutet) wurde wie andere Universale Gesetze auf der Erde auch von Persönlichkeiten in Besitz genommen und dadurch verzerrt und verfälscht. Diese Persönlichkeiten haben sich selbst mit Hilfe von Egoismus das Wissen und die Ehre der Kreation zugeschrieben. Sie haben die Umwandlung von Materie und Energie vom Bild der Ganzheit getrennt.

Kreation, die immer verbunden ist mit dem Verständnis einer Notwendigkeit, wurde ersetzt durch Produktion verbunden mit Begierde. Von diesem Moment an fing die Maschinerie des Gewinnes an, zu arbeiten. Das Resultat davon ist eine geteilte Welt voll von Gewalt, des Krieges, von Mißbrauch und von brutaler Ausnutzung der Natur und seiner Ressourcen.

Anstatt näher zum eigenen Selbst und zum Universum zu kommen, um bewußt an der Kreation der Welt teilzunehmen, haben die Menschen ihr ganzes Wissen auf den Weg von Konkurrenz und Kampf gelenkt. Dies ist gegen andere Menschen und die Natur gerichtet. Sie haben eine Maschine der Zerstörung erfunden und produziert (nicht etwa kreiert). Kreation wurde durch Zerstörung ersetzt. Nun, ist es wirklich überraschend, wie sie es geschafft haben, es so zu machen? Die Zerstörung der Umwelt hat sich als selbst- zerstörerisch für die Menschen erwiesen.

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